22.03.2013

"War on terror", Irakkrieg und schöne neue (Arbeits-) Welt? Ein Jahrhundert der Propaganda. Zu kulturellen Widersprüchen und Sprechblasen in der heutigen Arbeits-, Konsum- und Überflussgesellschaft

Eigentlich hat der neoliberale Kapitalismus , der in den letzten dreißig Jahren zum Marktfundamentalismus oder -totalitarismus wurde, abgewirtschaftet: Eine an den Jahrhunderte zurückliegenden Feudalismus erinnernde krasse sozio-ökonomische Ungleichheit, nicht mehr nur in den Schwellenländern, sondern weltweit, tritt als sein Resultat – spätesten seit “occupy“ – immer mehr Leuten ins Bewusstsein. Diese ist Folge einer nun bereits jahrzehntelang andauernden steten Umverteilung von unten nach oben, ins Werk gesetzt von den politischen Marionetten des 1% der Bevölkerung, das den Löwenanteil des gesellschaftlichen Vermögens innehat. Dieses neofeudale System hält sich jedoch (noch?) durch Ablenkungsmanöver und Verschleierungstaktik auf vielen Ebenen (Politik, Arbeitswelt, Wirtschaft, Freizeit) am Leben.

"Shop until you drop": Konsumkritisches Graffito des englischen Künstlers Banksy

Der „wissenschaftliche Kapitalismus“ (David Bosworth) beförderte gegen Ende des letzten Jahrhunderts zunehmend eine Art "corporatism" oder "corporate totalitarianism", d.h. Wirtschafts-, Markt- oder Wachstumstotalitarismus, basiert aber auf der bereits zu Beginn des 20. Jahrhundert professionalisierten Propaganda. Das Kontrollparadigma der Staaten und der sie im Würgegriff haltenden großen (multinational und global agierenden) Wirtschaftsunternehmen, und der Sozialdarwinismus, der der nach wie vor hegemonialen neoliberalen Prägung des Kapitalismus zugrunde liegt, werden durch eine Propaganda verschleiert, die sich als “false flag“-Aktionen bzw Falschinformationen in der Politik, als Betonung von „Teamfähigkeit“ und „Arbeitsklima“ in der Arbeitswelt und als Propagierung einer sterilen und uniformen Schein-(Werbe-)Welt in der Konsum-Gesellschaft manifestiert. 

Die professionalisierte Propaganda in der Politik entstand vor etwa einem Jahrhundert, wie so vieles, im und durch den Krieg und wurde erstmals auf staatlicher Ebene zuerst vor knapp hundert Jahren, in der Kriegsberichterstattung der kriegführenden Parteien des Weltkriegs, institutionalisiert: Im Juli 1914 wurde in Österreich-Ungarn das „k. u. k. Kriegspressequartier“, im August das “War Propaganda Bureau“ in London und im Oktober die „Zentralstelle für Auslandsdienst“ im Deutschen Reich gegründet. Frankreichs „Maison de la Presse“ folgte 1916, das US-amerikanische „Committee on Public Information“ 1917, nach Kriegseintritt der Vereinigten Staaten.


Zwei Jahrestage propagandistischer Meisterleistungen erleben wir in diesem Frühjahr. Im Februar jährte sich der Reichstagsbrand zum siebzigsten Mal. Die gerade an die Macht gelangten Nationalsozialisten legten den Brand und beschuldigten dann „die Kommunisten“, in Person des Niederländers Marinus van der Lubbe, der Tat. Sie benutzten paradoxerweise den Brand des Reichstagsgebäudes, um die Institution, die sich darin traf, das seit 1871 bestehende Parlament des Deutschen Reiches, mittels des „Ermächtigungsgesetzes“
(„Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“), datierend vom 24. März 1933, auszuschalten. Die Folgen waren die „Gleichschaltung“ allen gesellschaftlichen Lebens in Deutschland und die zwölf dunkelsten und verhängnisvollsten Jahre der deutschen Geschichte. Die faktenverdrehende und sogar Sprache neu erfindende gesellschaftliche Agitations-, Hetz- und Manipulations-Maschinerie der Nationalsozialisten, gesteuert aus dem schon offen so genannten „Reichspropagandaministerium“, leistete einen großen Beitrag dazu, das in weiten Teilen liberale, weltoffene und wissenschaftlich führende Deutschland der 1920er Jahre zu einem duckmäuserisch-denunziatorischen und national verblendeten Blockwart-Staat umzugestalten. Die Nazidiktatur, in Verbindung mit den totalitären Elementen des Stalinismus (bei ihm der alles überwachenden „Big Brother“) und den klassistischen Aspekten des Kapitalismus (bei ihm eine dumm gehaltene Unterschicht der „proles“) hatte George Orwell wohl vor Augen, als er direkt nach dem Zweiten Weltkrieg sein dystopisches Werk „1984“ schrieb.


Reichsgesetzblatt zum "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" (24.03.33)


Eine weitere propagandistische Meisterleistung vollführten die Vereinigten Staaten unter George W. Bush in den Jahren nach den Anschlägen von New York und Washington am 11. September 2001, an deren Authentizität als von außen verübten Anschlägen ja auch bei vielen erhebliche Zweifel bestehen, die diese für eine „false flag“-Aktion halten. Die US-Eliten riefen als unmittelbare Reaktion – des alten Feindbildes Sowjetunion zehn Jahre zuvor verlustig gegangen – den „Terrorismus“ als den neuen Feind aus und propagierten anstatt eines kriminalistisch-aufklärerischen Vorgehens gegen die islamistischen, terroristischen Netzwerke, die sich als Reaktion auf die jahrzehntelangen US-Interventionen im Nahen Osten gebildet hatten, einen diffusen „Krieg gegen den Terror“; somit legte sich wieder „der Nebel des Krieges“ über die US-Gesellschaft (und durch die globalen Medien auch über andere Weltteile), den schon Clausewitz in seinem zum Klassiker gewordenen „Vom Kriege“ beschrieb: „
Der Krieg ist das Gebiet der Ungewißheit; drei Vierteile derjenigen Dinge, worauf das Handeln im Kriege gebaut wird, liegen im Nebel einer mehr oder weniger großen Ungewißheit“.

Obwohl erwiesenermaßen keine Verbindung zwischen dem Anführer des für “
nine eleven“ (s.o.) verantwortlich gemachten Osama bin Laden und der Al-Qaida und dem irakischen Diktator Saddam Hussein bestand (im Gegenteil, dieser stand Al-Qaida auf-grund deren Nähe zu den mit ihm verfeindeten Saudis skeptisch gegenüber), schafften es die “spin doctors 
in Washington bzw. Langley (Verteidigungsministerium und CIA), durch Konstruktion einer solchen Verbindung sowie durch die Fabrikation von angeblichen Beweisen für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak, dass eine große Mehrheit der US-Bevölkerung die Invasion des Irak befürwortete. Diese begann vor genau zehn Jahren, im März 2003. Einen Monat zuvor hatten gegen diesen Krieg die größten zeitgleichen globalen Proteste der Geschichte stattgefunden, ein Zeichen, dass zumindest mancherorts und manchmal eine kritische Masse der Bevölkerung der Propaganda keinen Glauben schenkt. Durch den neuen „Krieg gegen den Terror“ lenkten die Eliten die Aufmerksamkeit auf den angeblichen Antagonismus zwischen dem (christlich-jüdischen) „freien“ Westen und dem „despotischen“ Islam bzw. Islamismus. Bush verwendete den Begriff „Kreuzzug“ und lud damit den Konflikt
religiös auf.


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G. W. Bush am 16. September: "This crusade, this war on terrorism, is gonna take a while"

Was dabei in den Hintergrund trat, war, dass der Kapitalismus nach 1989/91, nach seinem „Sieg“ über den Kommunismus im Kalten Krieg, durch Deregulierung der Märkte, v.a. des Finanzsektors und des Arbeitsmarktes, zu einem entfesselten Raubtier- bzw Turbokapitalismus geworden war, der nicht mehr durch das Korrektiv der globalen Systemkonkurrenz mit dem Kommunismus gezügelt wurde. Erst etwa sieben Jahre nach dem 11. September 2001, im Herbst 2008, wurden diese Exzesse und ihre krisenhaften Folgen vielen bewusst, die um ihre Ersparnisse bangten, als die „Blase“ des Finanzsektors platzte. Propagandistisch geschickt gelang es der Finanzbranche jedoch, mit Hilfe ihrer Lakaien in der Politik, diese ihre Krise nach kurzer Zeit als eine Krise der Staaten und deren Finanzen, also eine „Staatsschulden-krise“, zu verkaufen; dabei wurden die nach wie vor deregulierten Märkte auf die „schwachen“ Staaten der Eurozone losgelassen mit dem (bisher erfolgreichen) Ziel, diesen – erneut mit Hilfe ihrer Lakaien, der „Troika“ - unter Druck ihre neoliberale Doktrin von „Flexibilität“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ aufzuzwingen, die Umverteilung von unten nach oben dort weiter zu betreiben (der Fall Zypern ist nur das neueste und offensichtlichste Beispiel dieser sich wie ein „roter Faden“ durch die von Deutschland(s Banken) vorangetriebenen „Eurorettungs“-Politik ziehenden Leitlinie).

Weite
Teile der Bevölkerungen, vor allem im "Westen", werden durch eine weitere Art der Propaganda subtil manipuliert, durch die Propagierung des „Wohlfühl-Ideals“ bei der Arbeit, d.h. e
iner scheinbare Aufhebung des der postindustriellen Gesellschaft zugrunde liegenden kulturellen Widerspruchs zwischen Disziplin und Hedonismus durch den Versuch, diese in einer Art postindustrieller Synthese einer „schönen neuen (Arbeits-) Welt“ zu verbinden. Dieser Versuch wird am Arbeitsplatz, v.a. in den Bürojobs, den unteren Etagen der Großkonzerne an den Mitarbeitern wie an Versuchskaninchen getestet: die Vorspiegelung eines „Wohlfühl-Arbeitsplatzes“, an dem sich Mitarbeiter in einem angenehmen „Arbeitsklima“ mit ihrer Firma identifizieren sollen, als Teil von ihr fühlen sollen, quasi organisch, nicht mehr als Individuum, sondern als Teil eines großen „Teams“, in einem „Nest, Zuhause, aber im Business-Umfeld“, wie es wörtlich heißt (!!). Dies wird in dem Dokumentarfilm „Work hard, play hard“ von CarmenLosmann (Regie) und Dirk Lütter (Bildgestaltung) aus dem Jahr 2011 gezeigt.



Trailer zu "Work hard, play hard": "Wenn dann die Ressource Mensch weniger wert [wird], dann muss man sich auch um die kümmern, die man gerne haben wollte, also die richtigen Menschen" (1:46-1:53)

Dieser Film, rein deskriptiv vorgehend,
entlarvt den inhaltslosen bzw verschleiernden und unsäglichem “newspeak“ (Orwell)) der Unternehmensberater und PR-Profis. Mitarbeitertrainings werden durchgeführt, in denen Mitarbeiter zwanghaft zu einem „Team“ gemacht werden sollen und dies mit dem Ziel der Umsatz- bzw. Profitmaximierung des Unternehmens. Während des Trainings antwortet ein „Proband“, gefragt nach „seinem Ziel“: „Ich werde demnächst noch mehr, besser, verstärkt kommunizieren, um Prozesse, Aufgaben schneller und zielführender erledigen zu können, was am Ende heißt: mehr Umsatz“, ein anderer: „ich werde demnächst noch mehr arbeiten und schneller noch mehr lernen, um mein Team noch besser unterstützen zu können“. Die Indoktrination funktioniert also. Die Frage ist nur: Wem nutzt sie? Letztlich dient sie allein der Aufrechterhaltung der nach Profit und Wachstum strebenden Arbeitswelten und Wirtschaftsstrukturen des Marktfundamentalismus, oder wie es einer der Leiter dieser Prozesse ausdrückt: „es ist weniger die Firma, die das fordert, sondern der Markt fordert es, (…) d.h. wir [Firma] moderieren nur, machen nur transparent (…)“. Die „Mega-Wachstumsmentalität“ (ein Manager von Unilever in einer „Neujahrsansprache“ vor den Mitarbeitern 2010) steht im Vordergrund, nicht der Mitarbeiter als Mensch.


Dazu wird ein Heer von Unternehmensberatern engagiert, die diese als kommunitaristisch-solidarisch getarnte und mit dem Obama'schen “change“ gleichgesetzte, de facto markttotalitäre Doktrin ins Werk setzen sollen. Dabei produzieren sie Orwell'sche Neusprech-Sprechblasen, über die man fast lachen muss, wenn es nicht so traurig wäre, dass diese Leute auch noch Unsummen an Geld für ihre Manipulation bekommen: „vielleicht noch ein Kernstatement: es [die 'change-agenda', Anm. d. A.] ist wirklich absolut essentiell, es ist nicht nice to have, es ist definitiv, aus meiner Sicht, nicht die Kür, es ist die Pflicht, und ich glaube auch, und das ist meine ganz persönliche Meinung, wenn wir das jetzt nicht richtig treiben, über die nächsten 3-4 Jahre, wird’s Kienbaum in zehn Jahren nicht mehr geben.“ Wenn kritische Fragen aufkommen, etwa „warum sollen sie jetzt auf einmal glauben, sie wären ein Team?“, wird mit einer lächerlich unspezifischen Sprechblase geantwortet:„Weil sie gemeinschaftlich morgens zusammenkommen, um ihre Ziele zu besprechen, die sie noch nicht kennen und die wir auch noch nicht erarbeitet haben und auch noch nicht genau wissen, wie wir das erarbeiten, weil alles sehr zerstückelt und klein ist, ähm, ja, und das ist letztlich die Begründung, warum sie sich als Team fühlen sollen. Weil sie sich gemeinschaftlich ein Performanceboard teilen.“ 

Das ist die „heiße Luft“ und die Verschleierung des wahren Ziels, das lautet, das „Humankapital“ möglichst effizient zur Profitmaximierung zu nutzen, wie es auch (von einem „Human Capital Manager“) ausgesprochen wird: „Irgendwann wird dann die Ressource Mensch weniger wert, und dann muss man sich die um die kümmern, die man haben wollte, also die richtigen [sic!] Menschen“. Letztlich soll der „gläserne Mitarbeiter“ dadurch geschaffen werden, dass er freiwillig, weil er sich so wohl fühlt, Daten preisgibt, die zu seiner Kontrolle verwendet werden: „Wichtig auch, dass der Mitarbeiter selber Daten beisteuern kann, wie Mobilität usw., so dass wir letztendlich einen schönen Überblick kriegen über das Talent, (…) das sind qualitativ hochwertige Daten jetzt, zentrale Transparenz für Sie auch: wo sitzen jetzt gute Leute? (…) also ich persönlich als Mitarbeiter trag' da sehr gern dazu bei, ja, weil ich damit auch 'ne Erwartung hab, dass der Manager dann mit mir arbeitet, also dann muss man dann natürlich hinkriegen.“ Es soll dieser „kulturelle (sic!) Wandel“ hin zum gläsernen und willigen Mitarbeiter „wirklich nachhaltig in die DNA jedes Mitarbeiters (...) verpflanz[t] (sic!)“ werden; dabei ist die globale Flexibilität und Konkurrenz der Mitarbeiter untereinander eigentlich das wichtigste. Um es mit dem Unternehmensberater Kienbaum zu sagen: „Wir werden in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn wir nicht internationalisieren, vernünftig.“ Präzise zeigt der Film diese angestrebte „schöne neue Welt“ des postindustriellen Kapitalismus, die einer Orwell'schen „Big Brother“-Welt ähnelt.





Der Film "Taste the Waste" von Valentin Thurn (2011) über Lebensmittelverschwendung

Bereits 1932 hatte Alduous Huxley mit “Brave New World“ eine Dystopie geschrieben, die die sozialdarwinistischen Grundlagen der Nazi-Herrschaft („Über-“ und „Untermenschen“), aber (abgeschwächt bzw. nicht offen propagiert) auch den Hedonismus der aufkommenden kapitalistischen „Konsumgesellschaft“ („Soma“ als Beruhigungsdroge, analog zu Enter- oder Infotainment im Fernsehen oder anderen Medien der „Spaßgesellschaft“ heute), in einer fiktiven Gesellschaft beschreibt. Diese Konsumgesellschaft und die sie stützenden Botschaften von „höher, schneller, weiter, schöner“, transportiert von den Casting-Shows der Heißluft-Medien und die durch Bedürfnisproduktion Konsum anstachelnde Werbung, produziert, last but not least, einen Drang nach Makellosigkeit und Uniformität, der sich bis in den Umgang mit den physischen Grundlagen der menschlichen Existenz, nämlich den Lebensmitteln, auswirkt: auch in den Supermärkten findet eine Auslese statt, dem Konsumenten werden selbst mit kleinsten Makeln behaftete Lebensmittel gar nicht erst vorgesetzt, sondern schon vorher aussortiert. Gurken müssen auf Wunsch der Verpackungsindustrie gerade sein, Kartoffeln oder Tomaten eine gewisse, normierte Größe haben. Dem Verbraucher wird durch die medial produzierte (Werbe-)Scheinwelt suggeriert, dass nur makellose Lebensmittel gut und genießbar seien.



In der Konsumgesellschaft wird zudem eine von der Tageszeit unabhängige große Auswahl, eine ständige Verfügbarkeit (z.B. in Bäckereien, wo bis abends die volle Brotauswahl verlangt wird) und möglichst eine Frische bzw kurze Haltbarkeit aller Waren als Standard gesetzt, was zu gewollter Überproduktion, Überversorgung und letztlich riesigen Mengen an Lebensmittelabfällen führt. Waren, die z.T. bei weitem noch nicht das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben, werden massenhaft entsorgt; in Deutschland allein werden jedes Jahr 15 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt statt verzehrt. Diese Abfälle sind in den Mülltonnen sichtbaren Folgen des Konsum-, Frische-, Makellosigkeits- und Uniformitätswahns der Überflussgesellschaft, von deren überschüssigen, aber größtenteils noch gefahrlos genießbaren Lebensmitteln die hungernden Weltteile mengenmäßig problemlos ernährt werden könnten. Aber auch hier manifestiert sich, analog zum finanziellen bzw sozio-ökonomischen Ungleichgewicht, das Verteilungsproblem zwischen den “
haves“ der „entwickelten“ und den “have-nots“
der „unterentwickelten“ Länder. Diese Missstände kritisierten in den letzten Jahren Filme wie „We feed the world“ von ErwinWagenhöfer (2005) und „Taste the waste“ von Valentin Thurn (2011). Diese deskriptiv-aufklärerischen Filme, wie auch das oben angeführte „Work hard, play hard“, „Supersize Me“ von Morgan Spurlock oder „Bowling for Columbine“ sowie „Fahrenheit 9/11“ von Michael Moore – zeigen nach dem Transparenzprinzip die Exzesse und Perversionen des propagandistisch aufrechter-haltenen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems auf verschiedenen Problemfeldern auf. Sie machen als antithetische Korrektive Hoffnung darauf, dass sich in den nächsten Jahren weiterhin aufklärerische Transparenz der Propaganda entgegengesetzt und mehr Menschen erreicht werden können, die diese somit durchschauen können bzw. die Grundpfeiler des derzeitigen Systems anzweifeln.


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