01.01.2012

Zehn Jahre Euro. Überlegungen (Eine Umfrage der BamS zur EU-Mitgliedschaft und ein erwünschtes Resultat - Ergänzung)

Am heutigen Neujahrstag 2012 gibt es den Euro nun seit zehn Jahren als Zahlungsmittel (Buchgeld im war er zuvor schon seit 1999). Hierzu einige Überlegungen im Bezug auf die angeblich vorteilhaftere Rückkehr zur D-Mark bzw. ein Nachtrag zum Post mit dem Thema "Euro/EU" vom 12.12.11:


Das Euro-Symbol vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main (2005)

Die Preise sind in den letzten zehn Jahren stabiler als zuvor. Die Teuerung bzw. Inflationsrate ist seit Euro-Einführung, also seit 2002, niedriger als zuvor, 1,6% im Vergleich zu 2,2% in den letzten 10 Jahren der DM (1991-2001)(Tagesschau, 01.01.12)

Dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland auseinandergeht, liegt nicht am Euro, sondern an den im Vergleich zur Inflation niedrigeren Lohnsteigerungen der lohnabhängigen unteren und mittleren Einkommen.



Da trotzdem Wachstum generiert wurde, sind Profite entstanden, allerdings nur für die oberen Einkommensschichten, es erfolgte allenfalls geringfügig ein "trickle down" zu den unteren und mittleren Einkommensschichten. Dass viele heute weniger oder höchstens gleich viel zur Verfügung haben als vor zehn Jahren, liegt also nicht an den Rettungszahlungen der "starken" Euroländer an die "schwachen", sondern an der fehlenden Beteiligung der Arbeiter- und Angestelltenschaft an den Profiten der deutschen Wirtschaft, die wie kaum eine andere innerhalb Europas vom gemeinsamen Währungsraum profitiert hat. Dass es in Deutschland eine starke Anti-Euro-Stimmung gibt, ist aus dieser Warte betrachtet, eine große Paradoxie und Ironie...
Trotzdem werden von den sozialdarwinistischen Anti-Euro-Populisten (Hans-Olaf Henkel, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft u.a.) dumpf nationalistische Emotionen geschürt, das Stimmvieh mit Hilfe der angeschlossenen Hetzmedien aus den Häusern Springer und Bertelsmann so manipuliert, dass es, gegen seine eigenen Interessen, mit über 50% die Deutsche Mark zurück will, so eine Forsa-Umfrage:

"Laut einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" hätten 54 Prozent bei einer Wahl am liebsten die alte Währung zurück. In Ostdeutschland sind es sogar 67 Prozent. Der Wunsch ist umso größer, je niedriger der Bildungsstand ist. So wollen unter den Hauptschul-absolventen 73 Prozent zurück zur Mark, von den Befragten mit Abitur oder Studium nur 37 Prozent."
Quelle: http://www.mmnews.de/index.php/etc/8622-deutsche-woll-d-mark

Nachtrag zum Post vom 12.12.11 (http://robertscheele.blogspot.com/2011/12/httpwww.html): 46% halten die deutsche EU-Mitgliedschaft für einen Nachteil. Aber was man wahrscheinlich bei der Springerpresse nicht gefragt hat, ist, ob die Befragten wissen, dass fast 2/3 der deutschen Exporte (62,3%) in EU-Partnerländer gehen. Wenn man seine Leserschaft gegen "Pleite-Griechen" und die "faulen" Südeuropäer ausspielt, dabei aber bewusst "vergisst", dass die Heuschrecken aus New York, London und Frankfurt mindestens den gleichen Anteil an der hohen Staatsverschuldung vieler Länder haben, dann kommt so was raus...
http://www.stern.de/panorama/umfrage-haelfte-der-deutschen-haelt-eu-fuer-nachteil-1761386.html


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